Die Großdemos an den Atomstandorten gehen dem Ende zu (15.000 Teilnehmer in Grafenrheinfeld!) und wir in Kulmbach stehen nun kurz vor unserer „Ausstiegsdemo“. Eines ist klar: der Ausstieg muss jetzt durchgesetzt werden, sonst kommt er erst nach dem Gau in Deutschland oder Europa.
Wir sollten nicht vergessen, dass die radioaktiven Werte als Folge von Tschernobyl besonders in Südbayern noch sehr hoch sind und die gesundheitlichen Folgen keiner kennt (und die Politik alle Erkenntnisse auch gezielt verschweigt). Nur die bayerischen Jäger erleben dieses Problem weiterhin hautnah, weil Wildschweine teils noch mit über 10.000 Becquerel verstrahlt sind und bereits bei Werten über 600 kBq als Sondermüll entsorgt werden müssen. Wie sagte 1986 der Innenminister Zimmermann: Deutschland ist vom Gau in Tschernobyl nicht betroffen…
Es ist in aller Interesse, wenn jeder seine Freunde darauf anspricht, morgen ab 17 Uhr dabei zu sein. Diese 21/2 Stunden Widerstand gegen die Atomlobby sind wir uns und unseren Enkeln schuldig! Und es wäre fast zu schön, wenn wir zu diesem Thema keine weiteren Demos mehr brauchen und Vernunft bei den Politikern einkehrt. Die Endlagerfrage aber bleibt uns und allen nachfolgenden Generationen als Andenken an eine menschenverachtende Energiepolitik.
Das Organisationsteam trifft sich um 16 Uhr am Start, dort werden wir unsere Restbestände an Buttons, Fahnen, Shirts usw. verkaufen. Pünktlich um 17 Uhr starten wir an dem Neubau der Stadtwerke (Brauereimuseum Kulmbach) in Richtung Marktplatz, nachdem es eine Vollsperrung der Straßen z.B. am Schwedensteg gibt, bitte frühzeitig anfahren (und den Parkplatz am Schwedensteg nehmen, liegt fast mittig zwischen Start und Ziel). Und nachdem wir nicht ungehört sein wollen, bitte Trommeln, Tröten, Pfeifen, Didgeridoo mitbringen, auch Vuvuzelas können nochmals aktiviert werden. Fahnen sind ebenso willkommen wie Atommüllfässer, wir brauchen aber auch Freiwillige als Ordner, die wir ab 16:45 vor Ort in ihren Job einweisen.
Um 18 Uhr sind wir am Marktplatz, dort beginnt eine Kundgebung mit Rednerinnen aus den Bereichen Umwelt – Kirche – Parteien – Physiker – Ärzte usw. Die Kinder werden an einem Mal- und Bastelstand (Nähe Eisdiele) betreut. Um 19:30 Uhr ist die Kundgebung zu Ende, vielleicht treffen wir uns dann ab 20 Uhr zum Dämmerschoppen noch in einer der Kneipen in Marktplatznähe, Demos machen auch durstig.
Hoffen wir, dass morgen noch Frühlingswetter herrscht, aber auch bei Regen und Sturm sind solche Demos umso einprägsamer, in Wackersdorf wurde bei den Demos nie nach dem Wetter gefragt.
Die Veranstalter der Aktion sind ein Bündnis von Bund Naturschutz, Kirchen, Energieagentur, Ärzte gegen Atomkraft, ÖDP, SPD, Grüne und viele ungenannte Mithelferinnen, die in den letzten Tagen mitgewirkt haben. Uns eint der Wille – Atomkraft abschalten – Energie sparen – regenerative Energie einschalten.
Die Vorbereitung mit LRA, Stadt und Polizei war vom gemeinsamen Willen geprägt, dass sich die Bürokratie den demokratischen Rechten der Bürger anpasst. Dies respektieren wir gerne, auch wenn wir den Zorn über die falsche Energiepolitik auf den Lippen tragen werden.