Atomausstieg Kulmbach

Archiv für April, 2011

Die DEMO – ein voller Erfolg

Vom strömenden Regen haben wir uns nicht abhalten lassen. 200 Menschen liefen lautstark durch Kulmbach, trommelten, pfiffen und riefen für einen schnellen Atomausstieg.

Demozug am 26. April in Kulmbach

Von der Baustelle der neuen Stadtwerke ging es am Bahnhof vorbei zum Marktplatz. Dort wurde nach Einstimmung durch ein Gong-Spiel der vielen Opfer der Katastrophe von Tschernobyl gedacht. Danach sprach Hanna Böhm (ÖDP) über Tschernobyl und wie es nach Deutschland kam. Christian Mose über die physikalischen Hintergründe der Kernkraft und wie es zu schweren Atomunfällen kommen kann. Dr. Gaby Philipp betonte die vielen Gefahren der Atomenergie. Ulrike Gote (Die Grünen) machte in ihrer feurigen Rede allen Teilnehmern der Demo Mut, den Atomausstieg selbst in die Hand zu nehmen. Dem folgte Markus Ruckdeschel von der Energieagentur, der den Umstieg auf alternative Energien ganz konkret darstellte. Inge Aures (SPD) forterte die Politik zu einem radikalen Umdenken auf. Danach sprach Thomas Schmidt vom Bund Naturschutz, der als Gevatter Tod die Kernkraft als seinen besten Verbündeten anpries. Den Abschluss machte Christina Flauder von der evangelischen Kirche, die die Veranstaltung mit einem gemeinsamen Gebet für alle bisherigen und zukünftigen Opfer abschloss.

Mehr Fotos von der Demo gibt es in der Galerie.

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25 Jahre Tschernobylgedenktag in Kulmbach

Die Großdemos an den Atomstandorten gehen dem Ende zu (15.000 Teilnehmer in Grafenrheinfeld!) und wir in Kulmbach stehen nun kurz vor unserer „Ausstiegsdemo“. Eines ist klar: der Ausstieg muss jetzt durchgesetzt werden, sonst kommt er erst nach dem Gau in Deutschland oder Europa.

Wir sollten nicht vergessen, dass die radioaktiven Werte als Folge von Tschernobyl besonders in Südbayern noch sehr hoch sind und die gesundheitlichen Folgen keiner kennt (und die Politik alle Erkenntnisse auch gezielt verschweigt). Nur die bayerischen Jäger erleben dieses Problem weiterhin hautnah, weil Wildschweine teils noch mit über 10.000 Becquerel verstrahlt sind und bereits bei Werten über 600 kBq als Sondermüll entsorgt werden müssen. Wie sagte 1986 der Innenminister Zimmermann: Deutschland ist vom Gau in Tschernobyl nicht betroffen…

Es ist in aller Interesse, wenn jeder seine Freunde darauf anspricht, morgen ab 17 Uhr dabei zu sein. Diese 21/2 Stunden Widerstand gegen die Atomlobby sind wir uns und unseren Enkeln schuldig! Und es wäre fast zu schön, wenn wir zu diesem Thema keine weiteren Demos mehr brauchen und Vernunft bei den Politikern einkehrt. Die Endlagerfrage aber bleibt uns und allen nachfolgenden Generationen als Andenken an eine menschenverachtende Energiepolitik.

Das Organisationsteam trifft sich um 16 Uhr am Start, dort werden wir unsere Restbestände an Buttons, Fahnen, Shirts usw. verkaufen. Pünktlich um 17 Uhr starten wir an dem Neubau der Stadtwerke (Brauereimuseum Kulmbach) in Richtung Marktplatz, nachdem es eine Vollsperrung der Straßen z.B. am Schwedensteg gibt, bitte frühzeitig anfahren (und den Parkplatz am Schwedensteg nehmen, liegt fast mittig zwischen Start und Ziel). Und nachdem wir nicht ungehört sein wollen, bitte Trommeln, Tröten, Pfeifen, Didgeridoo mitbringen, auch Vuvuzelas können nochmals aktiviert werden. Fahnen sind ebenso willkommen wie Atommüllfässer, wir brauchen aber auch Freiwillige als Ordner, die wir ab 16:45 vor Ort in ihren Job einweisen.

Um 18 Uhr sind wir am Marktplatz, dort beginnt eine Kundgebung mit Rednerinnen aus den Bereichen Umwelt – Kirche – Parteien – Physiker – Ärzte usw. Die Kinder werden an einem Mal- und Bastelstand (Nähe Eisdiele) betreut. Um 19:30 Uhr ist die Kundgebung zu Ende, vielleicht treffen wir uns dann ab 20 Uhr zum Dämmerschoppen noch in einer der Kneipen in Marktplatznähe, Demos machen auch durstig.

Hoffen wir, dass morgen noch Frühlingswetter herrscht, aber auch bei Regen und Sturm sind solche Demos umso einprägsamer, in Wackersdorf wurde bei den Demos nie nach dem Wetter gefragt.

Die Veranstalter der Aktion sind ein Bündnis von Bund Naturschutz, Kirchen, Energieagentur, Ärzte gegen Atomkraft, ÖDP, SPD, Grüne und viele ungenannte Mithelferinnen, die in den letzten Tagen mitgewirkt haben. Uns eint der Wille – Atomkraft abschalten – Energie sparen – regenerative Energie einschalten.

Die Vorbereitung mit LRA, Stadt und Polizei war vom gemeinsamen Willen geprägt, dass sich die Bürokratie den demokratischen Rechten der Bürger anpasst. Dies respektieren wir gerne, auch wenn wir den Zorn über die falsche Energiepolitik auf den Lippen tragen werden.

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Countdown zum Tschernobyl-Gedenktag

Die letzten Vorbereitungen laufen. Am Karfreitag um 11 Uhr startet auch in Kulmbach mit der Vorführung des Kinofilms “Die Wolke” eine Zeit in der wir uns intensiv mit den Gefahren des Atomkraft auseinander setzen müssen – am 26. April jährt sich nämlich die schreckliche Katastrophe von Tschernobyl zum 25. Mal. In letzter Zeit in Vergessenheit geraten – siehe Laufzeitverlängerungen der AKWs in Deutschland – wird das Thema durch Fukushima aktuell wie seit 25 Jahren nicht mehr. Grund genug, lauter und vehementer gemeinsam für einen schnellen Ausstieg aus der Atomenergie auf die Straße zu gehen und Flagge zu zeigen.

Bundesweit finden am Dienstag Veranstaltungen zum Gedenken der Opfer von Tschernobyl statt. In Kulmbach wird es einen Demozug von der Baustelle der neuen Stadtwerke zum Marktplatz geben. Nehmt lautstark teil!

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