Ein bißchen Sekt, viel Selters und unheimlich viel Gottvertrauen sind für uns angesagt, wenn wir das Ergebnis der Verhandlungen über den Atomausstieg postiv bewerten wollen.
Die Parteien versuchen uns, die Pseudo-Rückkehr zum alten, rot-grünen Atomausstieg als neues Ausstiegskonzept zu verkaufen. Doch was ist wirklich neu an diesem Konsens, wenn wir nach Fukushima nicht mal soweit sind wie vor einem Jahr? Die Ausstiegspläne der Parteien sehen keine konkreten Einsparungen, sondern ein “Weiter so” mit neuen Mitteln vor.
Wir haben noch die Wahl, ob wir abschalten und Strom sparen, oder auf den GAU warten und dann sparen. Die Japaner haben keine Wahl mehr. Die katastrophalen Entwicklungen in Japan stehen immer noch am Anfang, die Gefährdung und Schädigung der Menschen nimmt ständig zu und nur das besondere Ausharrungsvermögen der Japaner verhindert eine Massenpanik. Millionen von Menschen werden zunehmend stärker verstrahlt und die Regierung beschwichtigt – es ist nur noch unbeschreiblich.
Je länger wir beim Ausstieg warten, umso größer wird die Gefahr, dass auch wir den Supergau noch im eigenen Land erleben. Wir wissen aus fachkundiger Hand, dass ein Ausstieg binnen zwei Jahren möglich wäre, wenn wir sofort damit beginnen und nicht nur regenerative Enregien fördern, sondern auch massiv Energie einsparen. Selbst das Umweltbundesamt hält den Ausstieg innerhalb von sechs Jahren für machbar.
Statt einer Hintertür zur Verlängerung der AKW-Laufzeiten müssten wir fordern, dass der geplanten “Ausstieg light” massiv beschleunigt wird! Dadurch wird die Müllmenge kleiner, die Terrorgefahr etwas minimiert, aber trotzdem wissen wir, dass uns diese Technik, die wir geduldet haben, Hunderten von Generationen nach uns Probleme bereiten wird. Umso mehr müssen wir alles tun, um den schnellen Ausstieg durchzusetzen.
Wir wollen auch nicht, dass die AKW nun unter Volllast zehn Jahre Müll produzieren. Der überflüssige Strom vermarktet die E.On europaweit, nur um die Gewinne weiterhin zu maximieren. Aber Volllastbetrieb heißt auch, dass die Risiken, besonders dann, wenn die Wartung aus Geldgier oder einfach nur aus Dummheit nicht entsprechend angepasst wird, immens ansteigen.
Dieser bisherige Parteikonsens zum AKW-Betrieb bis 2022 ist ein falsche Signal, wir müssen schneller aussteigen, die regenerativen Energien (statt die Banken) intensiver fördern und den Menschen die Möglichkeiten des Energiesparens als das wichtigste Mittel zum Ausstieg erläutern.
Es wäre schön, wenn wir am Montag bei der Mahnwache diese Gedanken in Worte fassen. Kommt am Montag und zeigt, dass wir Bürger eine eigene Stimme haben, die unbestechlich ist und das Wohl der Menschen über alle finanziellen Vorteile setzt.